Die D-Jugend Mädchen (Jahrgänge 2013/2014) der SG SC Schölerberg / TuS Nahne holen den Turniersieg beim Sichtungsturnier des Niedersächsischen Fußballverbands in OS-Haste – und schreiben dabei eine Geschichte, die man sich noch lange erzählen wird.

Es war einer jener Morgen, die jeden Trainer an seinem Lebensweg zweifeln lassen. Treffpunkt zur Abfahrt für den Sparkassen Fußball-Cup beim TuS Haste: fünf Mädels. Fünf. Brauchen wir nicht 6 Spielerinnen? Ok, eine Spielerin kommt später noch nach einem Tennismatch. Eine weitere Absage per WhatsApp – akzeptieren wir nicht und holen sie kurzerhand zu Hause ab. Der Trainer steht da, schaut auf die kleine Truppe und fragt sich leise: Warum tue ich mir das eigentlich an? Weil es solche Tage gibt wie den 09. Mai 2026. Das ist das „Warum“! Inklusive einer E-Jugend-Spielerin des Jahrgangs 2016 rollte der volle Bulli schließlich Richtung Haste.

Der „Dosenöffner“: Klein, jung, furchtlos.

Im ersten Spiel dann der Moment, für den man morgens früh aufsteht: Flora, die Kleinste und Jüngste im Kader – und, wie sich herausstellen sollte, die Kleinste und Jüngste des gesamten Turniers, wird durch einen tollen Pass von Silin in Szene gesetzt und versenkt das Leder zum 1:0-Jubel. Staunen. Herzen, die aufgehen. Dieses Tor war kein bloßer Treffer, es war ein Dosenöffner für das, was folgen sollte: eine mannschaftliche Glanzleistung, die sich gewaschen hatte. Kurz vor Ende des ersten Spiels trudelte auch noch Greta ein – Allroundtalent, Sportlerin durch und durch, und eigentlich eine, die an eben diesem Tag noch ein ernsthaftes Tennisspiel vor dem Turnier hatte. Wer bei so einem Terminkalender noch Zeit findet, auch Fußball zu spielen, dem gebührt allein dafür schon ein Applaus. Spiel eins: 1:0 gewonnen. Der Flow war da.

Die Festung namens M&M

Was folgte, war die Geschichte einer Defensive, die man mit einem Wort beschreiben kann: unüberwindbar. Merle und Marlene – „M&M“ klingt süß, aber bitter für jede Offensive – hielten den Laden hinten dicht. Nicht ein Gegentor. Nicht eines. Das ganze Turnier.

Da viele reguläre Abwehrspielerinnen verletzt oder krank fehlten, stellte Greta einmal mehr ihre Vielseitigkeit unter Beweis: Eigentlich Stürmerin, schnürte sie kurzerhand ihre Defensivschuhe, positionierte sich hinten und machte das Abwehrbollwerk mit dicht. Chapeau! Im zweiten Spiel blieb es beim 0:0 – aber ein Unentschieden, das sich anfühlte wie ein Sieg. Die Stabilität, die Ruhe, das Vertrauen ineinander: Das war keine Zufallsleistung, das war Charakter.

Tijana, die Unbesiegbare

Dann das dritte Gruppenspiel – gegen die wohl stärkste Mannschaft der Gruppe. 2:0. Sensationell! Und das Tor unserer Torfrau Tijana? Die 0 steht, und eine weiße Weste für Tijana. Kein Gegentor, kein Wackeln, kein Zweifel. Tijana war an diesem Tag nicht einfach eine gute Torhüterin. Sie war eine Wand.

Silin, Sumeja und die Kunst des schönen Spiels

Wer hinten so sicher steht, darf vorne glänzen – und das taten Silin und Sumeja mit Hingabe. Beide erwischten einen echten Sahnetag. Silins Technik ist bekannt, der Ball ist ihr Freund. Aber was heute besonders aufblitzte: das Kombinationsspiel. Es war schlicht ein Genuss, zuzuschauen, wie diese Mannschaft ihre Angriffe vorträgt – mit Köpfchen, mit Timing, mit echter Spielfreude. Und dahinter stand, unsichtbar aber unverzichtbar: der bedingungslose Einsatz jeder einzelnen Spielerin. Keine hat sich geschont, jede hat gekämpft und ist ans Limit gegangen. Der Schlachtruf vor jedem Spiel – „Was sind wir? EIN TEAM!“ – war keine leere Floskel. Er war Programm. Das letzte Gruppenspiel: wieder 1:0, wieder keine Gegentore, wieder ein Sieg, der auf Geschlossenheit und nicht auf Glück beruhte. Das Finale war gebucht!

Das Finale: Wille schlägt Klasse

Gegner im Endspiel: der TuS Haste, Gruppensieger der Gruppe C, heimstark, gut eingespielt, wohl die stärkste Mannschaft des gesamten Turniers. Die hatten Spielanteile. Die hatten Chancen. Sie hatten eigentlich alles, was man für einen Sieg braucht. Außer einem: den unbeugsamen Willen dieser kleinen, großen Truppe aus Schölerberg und Nahne. Als Sumeja sich verletzte, rückte kurzerhand Flora mit nach hinten – jene Flora, deren Tor im ersten Spiel der Dosenöffner war. Das E-Jugend-Mädchen des Jahrgangs 2016 stand auch im Finale auf dem Feld. Keine Auswechselspielerin mehr auf der Bank. Alles raus. Alles geben. Das Finale endete torlos. Es musste das Siebenmeterschießen entscheiden.

Der Moment: Tijana schreibt Geschichte

Siebenmeterschießen. Die Bühne gehört den Nervenstarken. Silin tritt an – und schweißt den Ball mit chirurgischer Präzision in den Winkel. 1:0. Sumeja – verletzt, kämpferisch, unerschrocken – einer geht noch, und das Mädel mit dem härtesten Schuss nagelt den zweiten 7-Meter unter die Latte. 2:0. Und dann? Trainerfuchs Norbert, der schon alles gesehen und erlebt hat, weiß wie man ein Drehbuch schreibt. Als dritte und letzte Schützin hat er Tijana aufgeboten. Nachdem sie bereits den ersten Siebenmeter von der wohl besten Spielerin des Turniers gehalten hat, tritt sie selbst an und verwandelt den entscheidenden Schuss zur Titelentscheidung. Man soll bei einer solchen Mannschaftsleistung niemanden hervorheben. Eigentlich. Aber Tijana hat es verdient.

Barsinghausen, wir kommen!

Als Turniersieger hat die SG SC Schölerberg / TuS Nahne damit das Ticket für Barsinghausen gelöst. „Barsinghausen, Barsinghausen, wir fahren nach Barsinghausen“ singt sich zugegebenermaßen nicht ganz so leicht wie der Berliner Klassiker – aber wir werden wohl trotzdem hinfahren zum Landesentscheid. Und diesmal, so die stille Hoffnung, vielleicht sogar mit ein paar Auswechselspielerinnen.

Ein letztes Wort gehört dem Mann, ohne den dieser Turniersieg nicht möglich gewesen wäre: Trainer Norbert, der die Mädels seit Jahren formt, fordert und fördert. Die Entwicklung, die diese Spielerinnen – von der E- bis zur C-Jugend – unter seiner Regie nehmen, ist bemerkenswert und eine echte Freude zu beobachten. Heute haben sie alle gewonnen. Auch jene, die zu Hause bleiben mussten.

Glückwunsch, Mädels. Ihr habt es verdient. EIN TEAM! 🏆